Donnerstag, 2. September 2010

Wandrers Nachtlied ...

... aus aktuellem Anlass zwei Gedichte unter dem Titel "Wandrers Nachtlied" von Johann Wolfgang von Goethe. Sie gehören zur Allgemeinbildung und könnten zur Bestimmung der ethnisch-genetischen Herkunft herangezogen werden. So zumindest die Vorstellung von Herrn Sarrazin, welcher glücklicherweise nicht ganz ernst genommen einen modellhaften Blick in die Zukunft der deutschen Nation wagt.

Aus unserer Geschichte wissen wir ja nun dass in 120 Jahren erstens alles anders kommen wird und zweitens als sich ein Herr Sarrazin dies auszumalen im Stande ist. Noch in den 50er Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen, es könnte für eine Frau gesellschaftlich unangemessen sein, ein Kopftuch zu tragen. Auch der christliche Glaube lehnt das Kopftuch nicht ab (1. Kor 11,5). Wie in anderen Fällen entbehrt die Diskussion jeder Grundlage und wird stellvertretend für eine undefinierte Zukunftsangst geführt.

Auch in 120 Jahren wird sich Deutschland wie heute durch die im Staat lebende Gemeinschaft von Menschen definieren und dem kommenden Zeitgeist entsprechend werden kleine und große Probleme zu diskutieren und zu lösen sein. Wichtig ist eben nur, dass die Gemeinschaft der Menschen innerhalb der Verfassung die Nation definiert und nicht die Nation die Eigenschaften der in ihrem Staatssystem lebenden Menschen.

Herrn Sarrazin wird in 120 Jahren vermutlich niemand mehr kennen, wohl aber Goethe! - ich empfehle also heute folgende Gedichte und nicht das Buch Sarrazins ;-)


Wandrers Nachtlied

Der du von dem Himmel bist,
Alle Freud (Alles Leid) und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit Erquickung füllest;
Ach,ich bin des Treibens müde!
Was soll all die Qual (der Schmerz) und Lust?
Süßer Friede,
Komm,ach komm in meine Brust!

Wandrers Nachtlied
(Ein Gleiches)

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde,
Warte nur, balde
Ruhest du auch.